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Erfahrungen und Tipps zum Trockenwerden

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Voller Stolz kann ich sagen, dass mein Sohn seit dem 2ten Geburtstag untertags keine Windel mehr an hat. Er hat sich vom Aufstehen bis zum ins Bett gehen vollkommen von der Windel verabschiedet. An dieser Stelle ist mir wichtig euch wissen zu lassen, dass wir als Eltern in keinster Weise irgendeinen Druck ausgeübt haben. Für mich als Mama war es nicht wichtig, wann mein Sohn sauber ist. Natürlich ist es schön, wenn nach einer gewissen Zeit auf das Windeln wechseln verzichtet werden kann. Es wäre aber auch absolut in Ordnung gewesen, wenn Fabian seine Windeln weiterhin hätte tragen wollen. 

Warum es wohl so gut funktioniert hat liegt auch daran, dass wir das Ganze ohne Zwang angegangen sind. Ich habe auf Anzeichen geachtet, die auf das Sauber werden hindeuten. Und genau diese Situationen habe ich dann auch gefördert. Mit dem Sauber werden ist es so eine Sache. Die einen sind früher dran und die anderen brauchen etwas länger. Aber irgendwann sind schließlich alle Kinder sauber und es wird keine Windel mehr benötigt. Oft ist es auch der Fall, dass Kinder zuerst untertags sauber sind und Nachts noch eine Windel brauchen. Die Windel ist in vielen Fällen am morgen auch trocken und das Kind braucht diese mehr oder weniger nur als Sicherheit. 

In diesem Beitrag möchte ich euch an meiner persönlichen Erfahrung zum Trockenwerden und an dieser Stelle bringe ich auch den ein oder anderen Tipp ein. 

 

Unsere Erfahrung mit dem Trockenwerden bei unserem Sohn

Als Eltern hatten wir absolut Glück mit dem Trockenwerden bei unserem Sohn. Es hat problemlos funktioniert und noch dazu war er sehr früh dran. Insbesondere Jungs sind eigentlich eher später dran und die Mädchen sind ihnen in dieser Sache meist einen Schritt voraus. Doch nun von vorne, wie wir mit dem Trockenwerden umgegangen sind. Mit 1,5 Jahren hat die Oma unserem Sohn ein Töpfchen geschenkt. Es ist ein ganz normales Töpfchen ohne viel Schnickschnack. Und dieses Töpfchen haben wir einfach mal ins Bad gestellt um zu schauen, was passiert. Irgendwie ist das Töpfchen auf Interesse gestoßen und unser Sohn hat sich immer wieder darauf gesetzt. Das war der Anfang vom sauber werden. Ab diesem Moment haben wir das Trockenwerden gefördert. Immer wenn unser Sohn sich auf das Töpfchen setze haben wir natürlich die Windel ausgezogen. Und traraaaa….schon nach wenigen Trainings war das Töpfchen gefüllt. Durch Lob hat unser Sohn natürlich jetzt gemerkt, dass dies absolut richtig war und ab diesem Moment hat es immer öfters funktioniert, dass er sich auf das Töpfchen setze und pinkelte. Und irgendwann klappte es auch mit dem großen Geschäft und die Freude bei unserem Sohn darüber war natürlich groß. 

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Ab diesem Zeitpunkt haben wir auch feste Zeiten eingeführt, zu diesen unser Sohn auf das Töpfchen ging. Das war der Start unserer Töpfchen-Routine. Besonders gut gepasst hat es Abends vor dem Bettgehen. Dann folgten der Morgen und vor dem Mittagschlaf. Damit es auf dem Töpfchen nicht so langweilig ist hat er das Töpfchen oft aus der Toilette mitgenommen und sich zu seinen Spielsachen gesetzt. Das ist für uns absolut in Ordnung, denn schließlich soll unser Sohn dort Platz nehmen, wo er sich am Wohlsten fühlt. Das Toiletten- oder Töpfchentraining sollte übrigens beginnen, wenn:

  • über mehrere Stunden die Windel trocken ist. Das deutet darauf hin, dass der Schließmuskel ausreichend trainiert ist und der Urin über eine gewisse Zeit in der Blase bleiben kann.
  • das Kind sich eigenständig auf das Töpfchen oder die Toilette setzen kann. 
  • das Kind Anzeichen dafür gibt, dass es keine Windel mehr tragen möchte. 
  • das Kind Interesse an den Toilettengängen von den Eltern zeigt und diese eventuell auch auf die Toilette begleitet. 
  • das Kind zeigen kann, dass es jetzt auf die Toilette muss. Hier ist egal ob verbal oder durch Gestiken. 
  • das Kind sich seine Hose selbst ausziehen kann. Insbesondere dieser Punkt ist kein Muss. Wenn Kinder sehr früh sauber werden, was bei uns auch der Fall war, können diese oft noch nicht von selbst die Kleidung ausziehen. Hier ist dann Hilfe der Eltern gefragt. 

Die meisten Kinder haben zwischen dem 18. und 24. Lebensmonat die notwendigen physichen und kognitiven Fähigkeiten, um mit dem Töpfchentraining zu beginnen. 

 

Sauber werden im Sommer ist absolut empfehlenswert

Schwierig war es für mich als Mama etwas das Sauber werden zu fördern, da mein Sohn 3x die Woche zur Tagesmutter geht. An dieser Stelle möchte ich unbedingt anbringen, dass die meisten Kinder erst zuhause in ihrem gewöhnten Umfeld sauber werden, bevor sie auch außer Haus komplett sauber sind. Aus diesem Grund habe ich entschieden den Sommerurlaub zu nutzen um das Sauber werden ganz aktiv zu fördern. Insbesondere hat sich dies auch als sinnvoll herausgestellt, da wir im Urlaub mehr Zeit und Geduld hatten. Der Sommer hat sich aus meiner Sicht als die absolut richtige Jahreszeit herausgestellt um das Trockenwerden zu fördern. Im Sommer ist alles so einfach. Vorteile Trockenwerden im Sommer:

  • Die Kinder tragen nicht so viel Kleidungsschichten und wenn es mal schnell gehen muss sind diese auch schnell ausgezogen. 
  • Die Temperaturen sind angenehm und somit friert es das Kind auch nicht wenn es draußen zum Bespiel pinkeln muss. 
  • Kinder sind oft auch nackig und das ist absolut ein Vorteil. Wir haben das Töpfchen immer in Reichweite aufgestellt und unser Sohn hat sich dann selbst draufgesetzt, wenn er musste. 
  • Sommerklamotten lassen sich meist schneller ausziehen. 

Der Sommer hat sich für mich als die richtige Jahreszeit herausgestellt, in dem unser Sohn sauber wird. Im Sommer ist halt einfach auch alles viel zwangloser. Wichtig ist übrigens noch zu wissen, dass das Trockenwerden nicht dann unterstützt werden sollte, wenn sowieso schon ein Umbruch ansteht. Zum Beispiel bei einem Umzug, dem Start bei einer Kita oder ähnliches. Genau in solchen Situationen kann das Kind schnell überfordert werden. 

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Geduld und Gelassenheit beim Trockenwerden

Das ist wohl eine der wichtigsten Formeln. Das Trockenwerden fordert wirklich so einiges an Geduld in den verschiedensten Situationen. Manchmal geht es daneben und dann müssen Klamotten gewechselt werden. Oder das Kind muss auf die Toilette und jetzt geht es um Sekunden und schnelles Handeln ist gefragt. Oder wir sind gerade unterwegs im Auto und das Kind sagt an, dass es jetzt sofort auf die Toilette muss. Das sind nur wenige Beispiele, die in der Zeit des Trockenwerdens sehr oft vorkommen. Geduld, Geduld, Geduld! Das ist das aller wichtigste. Rückschläge und das ein oder andere Malheur sind ganz normal und kommen eigentlich bei jedem Kind vor. Am besten auch nicht groß thematisieren. Zu viel Druck wird sich eher negativ auf das Kind ausüben und der Gang zur Toilette kann dadurch negativ beeinflusst werden. Eventuell wird auch wieder ein Schritt zurück beim sauber werden gemacht. Ich weis, dass es nicht so einfach ist mit der Geduld. Auch ich musste mich immer wieder darin bewähren. 

 

Tipps für das Trockenwerden

Mit ein paar Tipps kann das Trockenwerden leicht werden. 

  • Mit dem Beginn der windelfreien Zeit sind auch Bodys aus dem Kinderschrank zu verbannen. Jetzt startet die Zeit von Unterhosen und Unterhemden. Diese sind leichter auszuziehen. Sollte ab und an noch eine Windel benötigt werden so empfiehlt sich Windelhöschen zu verwenden. Diese kann das Kind dann genauso einfach wie eine Unterhose selbst an- und ausziehen. 
  • Kleidung, die das Kind einfach und schneller selbst ausziehen kann macht es einfacher. Knöpfe, Bänder oder ähnliches lassen sich von einem Kind schwer öffnen. Gerade dann geht es manchmal auch daneben wenn es zu lange dauert die Klamotten runter zu bringen. 
  • Auf alle Fälle sollte man noch ein paar Notwindeln zu Hause haben. Insbesondere in fremder Umgebung tun sich Kinder schwer auf die Toilette zu gehen. Oder auch wenn sie mit vielen anderen Kindern spielen fällt es oft schwer. In diesem Situationen eignet sich das Anlegen einer Windel. 
  • Geeignetes Hilfsmittel finden. Die einen Kinder lieben das Töpfchen, die anderen haben gerne einen Toilettenaufsatz. Und manche Kinder gehen gleich von Beginn an auf die richtige Toilette. Es gilt herauszufinden, was das eigene Kind bevorzugt. Unser Sohn geht zum Beispiel nur aufs Töpfchen. Auch als gut hat sich herausgestellt, das Kind beim Einkauf mit einzubeziehen. Dadurch wird es sein Toiletten-Hilfsmittel später vielleicht lieber haben. 
  •  Das Kind immer wieder erinnern. Hier bietet es sich auch an feste Rituale einzuführen. Ein Beispiel dafür ist immer auf die Toilette zu gehen bevor man das Haus verlässt. 

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Trockenwerden nachts

Meist dauert das Trockenwerden in der Nacht länger als untertags. Die meisten Kinder verzichten erst untertags auf die Windeln und nachts benötigen sie diese noch. Das kann zum Teil mehrere Monate dauern. Das Trockenwerden in der Nacht ist noch eine neue Herausforderung. Hier ein paar Tipps, um das Trockenwerden in der Nacht zu födern:

  • Vor dem Schlafen auf die Toilette gehen. 
  • Vor dem Schlafen gehen nicht mehr so viel zu trinken anbieten. 
  • Dem Kind immer wieder sagen, dass es nachts nach den Eltern rufen darf wenn es auf die Toilette muss. 

Mit der Zeit wird jedes Kind merken das es aufstehen muss, wenn es den Drang verspürt auf die Toilette zu müssen. Ich empfehle zu Beginn des Trockenwerdens die Windeln auf alle Fälle in der Nacht dran zu lassen. Wenn die Windel dann über 2 Wochen immer trocken ist kann diese gerne weggelassen werden. Zu diesem Zeitpunkt am besten eine Betteinlage auf die Matratze legen, falls doch einmal etwas daneben gehen sollte. 

Noch ein abschließendes Wort. Lasst euch bitte von niemanden reinreden wenn es um das Trockenwerden bei eurem Kind geht. Lasst euch auch nicht stressen wenn die Kinder eurer Freunde schon sauber sind und euer Kind nicht. Ohne Zwänge funktioniert es am besten. Und nur wenn ihr euren eigenen Weg geht, wird es auch funktionieren.