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Kinderkrippe oder Tagesmutter?

Foto 01.06.18 14 48 05 1008x660 - Kinderkrippe oder Tagesmutter?

Mit der Frage „Kinderkrippe oder Tagesmutter?“ beschäftigte ich mich genau vor einem Jahr. Mein Sohn war zu diesem Zeitpunkt 6 Monate alt und ich wollte in einem Jahr wieder in meinen Beruf zurückkehren. Zu diesem Zeitpunkt fühlte es sich noch viel zu früh an, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Mein Kind war doch noch so klein und die Arbeit so weit entfernt. Doch wer ein Kind hat der weis, das Betreuungsplätze stark umkämpft sind und genau deshalb muss man frühzeitig tätig werden. Auch für mich war es eigentlich schon zu spät, mich um die spätere Betreuung von meinem Sohn zu kümmern. Ich fand es teilweise schon fast verrückt, wenn sich andere Eltern direkt nach der Geburt um die Betreuung kümmern. Doch jetzt im Nachgang weis ich, dass dies auf alle Fälle viel Stress vermeidet. Meine Empfehlung ist deshalb: Mindestens 1-1,5 Jahre im Voraus sich um einen Betreuungsplatz zu kümmern. Der Vorteil liegt dann darin, dass man selbst auswählen und mitentscheiden kann. Bei kurzfristiger Suche muss man oft nehmen, was angeboten wird. Doch wie sagt man so schön: „Ende gut, alles gut!“.

 

Die Kinderkrippe

Die Kinderkrippe ist wohl die am häufigsten gewählte Betreuung. Auch bei mir am Ort gibt es zwei Krippen und so war es für mich selbstverständlich, meinen Sohn bei beiden anzumelden. Vor der Anmeldung habe ich persönlich die Krippen besucht um mir einen Überblick zu verschaffen. Schnell hatte ich das Gefühl, dass die Betreuung in einer Krippe nicht das Optimale für mich ist. Ich ging bei beiden Krippen mit einem unguten Bauchgefühl raus. Der Hauptgrund liegt darin, dass die örtliche Krippe von mir erwartet meinen Sohn jeden Tag zu bringen. Doch genau das möchte ich nicht. Ich arbeite extra 3 Tage in der Woche um die restliche Zeit mit meinem Sohn zu verbringen. Zudem ist die Krippe kaum flexibel in den Betreuungszeiten. Gerade am Nachmittag stellte die frühe Schließzeit ein Problem für mich dar, da ich nicht früher aus der Arbeit gehen kann. Besonders negativ ist außerdem das Image der Krippen bei mir am Ort. Ich habe viel negatives gehört und daher war auch ich nicht unbedingt positiv auf die Krippen am eigenen Ort zu sprechen. Genau deshalb war es mir wichtig, mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen und auch der war negativ. Nichts desto trotz benötigte ich einen Betreuungsplatz für meinen Sohn und daher habe ich ihn bei beiden Krippen angemeldet. An dieser Stelle ein Tipp von mir: Schaut euch die Krippen vor der Anmeldung unbedingt an. Die Infos sind extrem hilfreich und so bekommt man auch schnell ein Gefühl für die Krippe.

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Positive/Negative Aspekte der Kinderkrippe

Selbstverständlich ist an der Kinderkrippe nicht alles schlecht und daher möchte ich noch einmal kurz im Überblick auf die wichtigsten positiven und negativen Aspekte der Kinderkrippe eingehen. Nicht jede Kinderkrippe ist gleich und deshalb möchte ich unbedingt drauf hinweisen, dass dies meine persönlichen Erfahrungen sind, die ich mit den Krippen an meinem Ort gemacht habe.

Positiv:

  • Strukturierter Tagesablauf
  • Gemeinsame Aktivitäten von z. B. Sommerfest fördern das Kennenlernen anderer Familien
  • Regelmäßige Entwicklungsgespräche
  • Am Ort und somit in unmittelbarer Nähe
  • Kennenlernen anderer, gleichaltriger Kinder vom Ort die später evtl. in den gleichen Kindergarten gehen

Negativ:

  • Keine Flexibilität in den Betreuungszeiten (Kommen und Gehen ist fix definiert)
  • Betreuung an vereinzelten Tagen der Woche nicht möglich
  • Eingewöhnung startet immer zum Schuljahresbeginn, unterjähriges Eingewöhnen nur mit Ausnahme möglich
  • Je nach Betreuungsschlüssel wenig Zeit für das einzelne Kind
  • Mangelnde Hygiene
  • Nicht bei jedem Wetter Bewegung an der frischen Luft

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Meine Lösung – eine Tagesmutter

Meinen Sohn bei einer Tagesmutter betreuen zu lassen war bei mir eigentlich gar nicht präsent. Erst durch Gespräche mit Freunden wurde ich darauf aufmerksam. Über die Stadt konnte ich alle Tagesmuttis ausfindig machen die in der Nähe bei mir wohnen. Doch nach den ersten Telefonaten zeigte sich schnell, dass auch hier die Plätze schon alle vergeben sind. Mit ganz ganz viel Glück hat es dann doch noch kurzfristig geklappt und wir haben einen Platz bei der Tagesmutti ergattert. Das ist für uns die optimale Betreuung. Warum? Das erzähle ich euch jetzt. Bevor ich mich für die Tagesmutti entschieden habe, besuchten wir diese natürlich. Beim ersten Besuch war es mir wichtig die Familie und den Haushalt kennenzulernen. Sofort war klar: Hier möchte ich meinen Sohn betreuen lassen. Auch jetzt nach fast einem halben Jahr bereue ich die Entscheidung keinesfalls. Ich würde jederzeit wieder auf dieses Betreuungsmodell zurückgreifen. Hier die Gründe für eine Tagesmutter im Überblick:

  • Völlige Flexibilität in den Betreuungszeiten (natürlich nach Absprache mit der Tagesmutti)
  • Familienalltag: Mein Sohn hat hier einen Familienalltag wie zu Hause.
  • Individuelles Eingehen auf das Kind: Mein Sohn hat Anfangs mittags bei der Tagesmutti nicht gut geschlafen. Mit viel Energie hat sie ihn doch noch dazu gebracht weiterzuschlafen. Die Zeit wäre in der Krippe definitiv nicht dagewesen.
  • Viel Bewegung an der frischen Luft
  • Schnelles Hinbringen und Abholen (die Tagesmutti wartet schon wenn wir kommen und nimmt meinen Sohn gleich in Empfang)
  • Schließzeiten nicht unbedingt in den Ferienzeiten

Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Modell Tagesmutti so zufrieden bin. Mein Sohn fühlt sich dort extrem wohl und ich bin froh, dass ich mir so viele Gedanken um die Betreuung von meinem Sohn gemacht habe. Es war für mich extrem wichtig, meinen Sohn gut betreut zu wissen. Nur so konnte ich mit einem guten Gefühl wieder in die Arbeitswelt zurückkehren. Vielleicht hilft euch meine Erfahrung ja bei der Auswahl der Betreuung für eure Kinder. Wenn ihr noch spezielle Fragen habt, dann hinterlasst einfach einen Kommentar.